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Raps-Pflanzenöl-MHKW bzw. BHKW |
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Flüssige Biomasse
(Pflanzenöl) als Brennstoff zur Erzeugung von Ökostrom & Biowärme |
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Rapsöl
oder Biodiesel als Kraftstoff für Dieselmotoren
Fossile Energierohstoffe sind nur begrenzt verfügbar.
Der Ersatz durch
Ölpflanzen ist ein erster Schritt in Richtung „erneuerbare Energie„.
Durch
die Photosynthese wandeln die Ölpflanzen die Sonnenenergie in Öl um, das
annähernd eine Energiedichte von Diesel-Kraftstoff aufweist.
Als Brennstoff
für Motorenheizkraftwerke können sämtliche Ölpflanzen, die für den Anbau in
unseren Breiten geeignet, eingesetzt werden. |
Die 5 wichtigsten Ölpflanzen sind Raps, Soja, Sonnenblume, Baumwolle,
Erdnuss (evtl. auch Palmöl, das vorwiegend in Asien angebaut wird).
Die Nutzung heimischer nachwachsender Energiepflanzen bringt Impulse der
Wirtschaft im ländlichen Raum, sichert und schafft Arbeitsplätze, erhöht die
Versorgungssicherheit und leistet anstelle des Einsatzes von fossilen
Brennstoffen einen wichtigen Beitrag zur Reduktion von CO2–Emissionen
und weiteren Treibhausgasen. |
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Die Vorteile des Pflanzenöl-Kraftstoffes |
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Umweltschonende Brennstoffe sind nachwachsende Rohstoffe, die auf
regenerative Weise nach Verbrauch innerhalb eines Jahres direkt oder
indirekt aus Sonnenenergie gewonnen werden.
-
Gespeicherte Sonnenenergie = CO2
neutral
es
wird nur soviel bei der Verbrennung an CO2 abgegeben,
was zuvor im Wachstum aufgenommen wurde
- die Emissionen
sind gegenüber
mineralischen Diesel deutlich geringer
- im Abgas gibt es kaum
Schwefel, weniger
Ruß–Partikel,
Stickoxid–Werte sind vergleichbar mit dem Diesel etwa gleich hoch.
- nachwachsende Rohstoffe
die Pflanzenölsaaten wie Raps,
Sonneblumen, etc. sind nachwachsende Rohstoffe
und
ermöglichen eine unabhängige Energieversorgung |
- biologisch abbaubar,
also
kein wassergefährdender Stoff,
somit keine besonderen Sicherheitsvorkehrungen bei der Lagerung, geringe
Wassertoxizität
- gute Grenzschmierfähigkeit,
daher geringerer Verschleiß
- der hohe
Sauerstoffgehalt im Pflanzenöl
führt zu deutlichen
Emissionsvorteilen
gegenüber mineralischem Diesel.
- keine aromatischen Bestandteile
im Pflanzenöl
gegenüber mineralischen Diesel,
daher sind die Kohlenwasserstoffemissionen je nach
Motoreinsatz zwischen 10 – 60 % geringer. |
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Die Nachteile des
Pflanzenöles |
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- hohe Viskosität
ca. 67 mm²/s, gegenüber mineralischen Diesel 12-fach höher
- schlechte Zündfähigkeit
bzw. Kälteverhalten bei – 10 °C fliest Pflanzenöl nicht und versteift sich
zu einer weißen Masse
- hoher Siedepunkt
Pflanzenöl siedet bei einer
um 80 °C höheren Temperatur als mineralischer Diesel, daher ist eine schlechte Zündwilligkeit gegeben
- geringe Oxidationsstabilität
(Alterungsstabilität)
abhängig vom Fettsäuremuster = zu hohen Anteil an
ungesättigten Fettsäuren |
- negative Beeinflussung
durch die Lagerung der Saat oder Öles bei zu hoher Temperatur,
durch Lichteinwirkung auf das Öl,
durch Wasser und durch katalytisch wirkende Metalle z. B.
Kupfer, dadurch können Oxidations- und Polymerisationsvorgänge einsetzen,
z.
B.
bei 100 ° C liegt der Grenzwert der Oxidationsstabilität bei etwa 5 Stunden
- Preisrisiko für das Pflanzenöl
= große Nachfrage für die Biodiesel – Raffinerie als Biodiesel –
Rohstoff wird im mobilen Bereich ein höherer Preis geboten! |
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Der Fortschritt bei der
Entwicklung der Verbrennungsmotoren |
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Um die
Nachteile des Pflanzenöl–Kraftstoffes beherrschen zu können, wurde der
Dieselmotor mit Wirbel- oder Vorkammer–Verfahren sowie umgebaute
Serienmotoren mit Direkt-Einspritzung pflanzenöltauglich
weiterentwickelt.
Hierbei kann vor allem die ehemalige Thüringer
Motorenwerke – jetzt AAN – auf einen langzeitlich
erprobten
Dieselmotor mit Direkteinspritzung (umgebauter MAN–Motor)
verweisen, der alle Nachteile des Pflanzenöles beherrscht.
Maßnahmen
Die wesentlichen Maßnahmen beim
pflanzenöltauglichen Dieselmotor sind:
-
Vorwärmung des Kraftstoffes
bis auf 70 – 80 ° C bis zur Zündung
- Bildung von Verbrennungsrückständen
Abhilfe
durch spezielle Verbrennungsverfahren (Wirbelkammerverfahren,
Direkteinspritzung)
- vorgewärmtes Kraftstoffsystem
wird vom
Motorblock bis hin zu den Ventilen vorgewärmt geführt (Vermeidung von Verkokung,
Sicherstellung der Zündung des Kraftstoffes)
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- partielles Aufheizen des Kraftstoffes
bis vor dem Zylinderkopf in der Einspritzdruckleitung, so kann auch mit niederen
Temperaturen gestartet werden.
Kaltstart des Motors bei über 30 ° C bereits möglich.
- Entwicklung eines
temperaturbeständigeren Ferrothermkolben
hält
die etwa 100 °C höheren Verbrennungstemperaturen länger stand
- Vergleichbar niedrige
NOx–Emission
durch das modifizierte Einspritzsystem und der Form
des Ferrothermkolben im Zylinderkopf, daher bis 1000 KW Brennstoffleistung
kein Katalysator erforderlich
-
vollautomatisches Zwischenspülsystem
Zur Vermeidung der
Polymerisation bzw. Verstopfen des Einspritzsystem ist ein
Zwischenspülsystem (vor dem Start freispülen -
beim Abstellen freispülen) installiert, so dass auch ein Kaltstart mit
Diesel möglich ist.
- Erfahrungen mit Dieselzündstrahlverfahren
sind
Grundlage dazu
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Technische Daten und
Leistungen für Pflanzenölmotore mit Direkteinspritzung
(Beispiel) |
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- Modifizierter MAN–Grundmotor – Bauart 6 – 12
Zylinder
- Motorleistungen von 8 KWel – 360 KWel
- Gesamtnutzungsgrad ca. 85 %
- Brennverfahren mit
Einstrahleinspritzung bei hohen Drücken
und 2–Stoffsystem
- Saugmotor vorzugsweise aufgeladen und ladeluftgekühlt
- Abgasemissionen < 3 MW |
- NOx :1.000 mg/m³
- kein SCR–KAT erforderlich
- CO: max. 300 mg/m³
- Staub: max. 20 mg/m³
(Grenzwertempfehlungen
der TA–Luft 2002)
Quelle: SW-Energietechnik |
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Wirtschaftlichkeit des Pflanzenöl–MHKW
(Beispiel) |
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Allgemeine Daten:
Brennstoff
Rapsöl
Hu = 35 MJ/kg , Dichte = 0,92 , Hu = 9,8 KWh/kg = 9,0 KWh/l
Brennstoffpreise
(Beispiele)
Rapsöl ( Pflanzenöl-Qualität): z. B. 2006
ca. 70 Cent/l
Palmöl 2006: 450 €/t , Ende 2007: 800-850 €/t
Einnahmen durch Energielieferverträge
1. Ökostromtarife für Pflanzenöl nach dem EEG - Deutschland
Gemäß Ökostrom–EEG (1.8. 04) über die
Abnahme elektrischer Energie
aus Ökostromanlagen wird vom örtlichen EVU für Ökostrom aus flüssiger Biomasse bis zu einer
Engpassleistung 150 KW el
ein Preis von 18,98
Ct/KWh
für das Jahr 2007 – 20 Jahre
lang – gezahlt. |
2. Verkaufbarer Wärmepreis
5 Ct/KWh (ca. 50 % vom Heizölpreis)
Leistungsdaten des Pflanzenöl MHKW
Gesamtnutzungsgrad: 84%
Jahresbetriebsstunden:
7.500 h
Thermisch: 180
kWth
-> 1.350.000 kWth/a
Elektrisch: 150
kWel
-> 1.125.000 kWhel/a
Gesamt: 2.475.000 kWh/a
Risiko der Wirtschaftlichkeit!
Die Preisschwankungen des Brennstoffes
„Pflanzenöl„ lassen keine gesicherte Wirtschaftlichkeit zu, weil für
dieses Pflanzenöl in der Biodiesel–Raffinerie im Einsatz des mobilen
Verkehrs ein höherer Preis erzielbar ist.
Quelle: SW-Energietechnik |
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Ökologie von
Pflanzenöl - Fluch und Segen |
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Sofern das Bioöl aus
nachhaltigem Anbau stammt, ist die Ökologie nicht gefährdet.
Für Biotreibstoff und
zur Stromerzeugung mit BHKWs herrscht ein riesiger Boom.
Seit €pa und
Amerika Bio-Treibstoffe als Alternative zum "schmutzigen" Erdöl und z. B.
Palmöl als viel versprechendes Bioprodukt entdeckt haben, läuft das Geschäft
auf Hochtouren - mit verheerenden Folgen für die Umwelt.
Ertragreichste Ölpflanze
Keine andere Ölpflanze
ist so ertragreich: 4-8 t Roh- und Palmöl/ha. Für 100 ha sind auch nur 75
Arbeitskräfte nötig.
Der Palmölverbrauch
hat sich in 10 Jahren weltweit auf > 30 Mio. t/a mehr als verdoppelt.
Palmöl - Killer des Regenwaldes
Für die Gewinnung von
Palmöl wird z. B. in Indonesien (Borneo) der Regenwald abgeholzt oder durch
Brandrodung Platz geschaffen für lukrative Palmölplantagen.
Auf Sumatra ist der
meiste Wald schon abgeholzt.
Außerdem sind
Palmölplantagen die größte Bedrohung für das Überleben der Orang-Utans.
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Bis 2004 waren in
Indonesien 5,4 Mio. ha mit Ölpalmen bepflanzt. Lt. Regierungsbeschluss sollen bis
2008 8,4 Mio. ha bepflanzt werden, das meiste davon auf Kalimantan.
In 3-4 Jahren dürfte
dann der Tieflandregenwald verschwunden sein.
Mehr CO2-Freisetzung
durch Brandrodungen als Einsparung
Wissenschaftler (z. B.
F. Siegert, München) haben nachgewiesen, dass durch Brandrodungen des Geländes
mehr CO2 freigesetzt als durch den
Verbrauch von Palmöl-Treibstoff eingespart wird.
Stromerzeugung mit Blockheizkraftwerken
Deutschland ist mit
800.000 t/a der fünftgrößte Palmölimporteur weltweit.
Damit werden u. a.
BHKWs betrieben, die lt. des Leipzigers Instituts für Energetik und Umwelt 1,3
Milliarden kWh/a Strom produzieren.
Endverbraucher bezahlt die Rechnung
Dieser Biostrom wird
vom Staat hoch subventioniert, indem ihn die Stromerzeuger teuer aufkaufen
müssen (EEG).
Der Endverbraucher
muss wiederum durch einen höheren Preis für den Normalstrom die Rechnung
bezahlen.
Quelle: C. Oellrich, dpa |
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Wirtschaftlichkeit von BHKWs mit Pflanzenöl bzw. Pflanzenölmethylesther |
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Aufgrund der
gestiegenen Erdölpreise ist es nahe liegend, ob, ähnlich wie beim Auto, durch
einen Umstieg auf Pflanzenöl auch bei stationären Motoren ein Kostenvorteil
erzielt werden kann.
Zwar wird durch das
neue Gesetz zum Vorrang erneuerbarer Energien (EEG) eine Mindestvergütung für
den in das öffentliche Netz eingespeisten Strom garantiert.
Andererseits ist die
Mineralölsteuer z. Z. im Bereich der Wärmeversorgung (noch!) geringer als im
Kraftfahrzeug-Sektor.
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Außerdem werden
BHKW-Anlagen von der Mineralölsteuer befreit. Deshalb kann die
höhere Einspeisevergütung die hohen Pflanzenölpreise auch unter optimalen
Bedingungen nicht kompensieren.
Die wirtschaftliche
Situation von Pflanzenöl-Motoren erschwert sich noch aufgrund der höheren
spezifischen
Investitionen für die
Pflanzenöl geeigneten BHKW-Anlagen sowie der höheren Wartungskosten.
(Quelle: BHKW-Infozentrum) |
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Für
wesentlich mehr Informationen stehen wir Ihnen mit einer persönlichen
Fachberatung jederzeit gerne zur Verfügung.
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