|
Energetische, thermodynamische und
bauphysikalische Begriffe und Zusammenhänge |
|
Jahresheizwärmebedarf |
|
Definition
Jahresheizwärmebedarf ist der zusätzliche zu dem Wärmegewinn erforderliche jährliche
Wärmebedarf, um ein Gebäude auf einer gewünschten Temperatur zu halten.
Eine effektive Energieeinsparung ist nur
durch eine Maßnahmenkombination von Anlagentechnik,
Gebäudehülle und Energieträger möglich. |
Der Jahresheizwärmebedarf ist abhängig von:
-
Gebäudehülle:
Speicherung, Wärmedämmung, Luftdichtheit, Wärmebrücken
-
Anlagentechnik:
Heizung, Lüftung, Wärmerückgewinnung, WW-Bereitung
-
Energieträger:
Heizöl, Gas, Strom, erneuerbare Energien
(Solar, Holz, Pellets, Hackschnitzel etc.) |
|
Abschätzung des jährlichen
Heizwärmebedarfes und des spezifischen Wärmebedarfes |
Beispielrechnung zur Ermittlung der Heizfläche
(1) Wohnraumgrundfläche 20 m², Wassertemperatur 80/60°C,
Lufttemperatur 20°C, Δt = 50 K, k = 8
W/m² K (U-Wert),
bei 2000 Heizstunden pro Jahr. Q= k x F x Δt (Mittelwerte).
(2) Übertemperatur und Systemtemperatur bei
konstanter angenommener Heizfläche F = 8 m²
|
Baujahr der Gebäude |
Heizwärmebedarf
kWh/m²a |
spez. Wärmebedarf
W/m² |
Wärmebedarf
Wohnraum
W
|
notwendige
Heizfläche
m²
|
notwendige
Übertemperatur
K
|
mögliche
Systemtemperatur
°C
|
|
Beispiel (1) |
Beispiel (2) |
|
unsanierter Altbau |
360...440 |
180...220 |
4000 |
10 |
62,5 |
90/70 |
|
bis 1977 |
280...360 |
140...180 |
3200 |
8 |
50,0 |
80/60 |
|
1977 - 1983 |
200...260 |
100...130 |
2300 |
5,75 |
35,9 |
65/45 |
|
1984 - 1994 |
140...180 |
70...90 |
1600 |
4 |
25,0 |
55/35 |
|
1995 - 2001 |
100...120 |
50...60 |
1100 |
2,75 |
17,2 |
45/30 |
|
2002 - (EnEV) |
70...80 |
35...40 |
800 |
2 |
12,5 |
38/28 |
|
|
Energieverluste im
Gebäudebestand (Beispiel) |
Energieverbrauchsstandarts
(Beispiel) |
|
Anforderungen an den jährlichen
Heizwärmeenergiebedarf im Vergleich
|
Gebäudebestand BRD, Stand 1979 |
220 bis 270 kWh/m²a |
|
Wohnhaus gemäß WSchV 1982 |
130 bis 180 kWh/m²a |
|
Wohnhaus gemäß WSchV 1995 |
70 bis 120 kWh/m²a |
|
Niedrigenergiehaus |
30 bis 70 kWh/m²a |
|
Passivenergiehaus |
< 15 kWh/m²a |
|
Niedrigenergiestandart
(Niedrigenergiehaus NEH)
Gebäude nach diesen Standart verbrauchen vor allem wenig
Heizenergie. Einfamilienhäuser liegen pro Jahr bei 50-70 kWh/m²a und
Mehrfamilienhäuser bei 30-50 kWh/m²a.
Der spezifische Heizenergiebedarf hängt von der Bauweise des
Hauses ab, im Besonderen von der Wärmedämmung. Der Heizenergiebedarf eines NEH
liegt 20-25% unter den Anforderungen der WSchV´95.
Dieser Dämmstandart wird in der EnEV als neuer Standart
festgelegt. |
|
Energieverbrauch im Privathaushalt
(Beispiel) |
Ist-Zustand |
|
Für ältere Gebäude teilt sich der Verbrauch wie folgt auf:
Heizen ca. 78 %
Warmwasser ca. 11 %
Elektrische Geräte ca. 4,5 %
Kühlen und Gefrieren ca. 3,0 %
Waschen, Kochen, Spülen ca. 2,5 %
Licht ca. 1,4 % |
Der Ist-Zustand beschreibt folgende Größen für Ihren
Energieverbrauch:
- Wärmebedarf für
Gebäude und Warmwasser
- Nennwärmeleistung
- Jahresnutzungsgrad
- Jahresbrennstoffverbrauch, Brennstoffkosten
- Betriebsstunden
- CO 2-Ausstoß |
|
Maximale Wärmedurchlasskoeffizienten U
(W/m² K) |
Aufteilung der Energieverluste (Beispiel) |
|
für den baulichen Wärmeschutz sind nach EnEV die folgenden Werte
nicht zu überschreiten (Beispiel):
|
Bauteil |
U-Wert |
|
Außenwand |
U ≤ 0,40 W/m²K |
|
Fenster |
U ≤ 1,40 W/m²K |
|
Dach |
U ≤ 0,24 W/m²K |
|
Kellerdecke/ Bodenplatte
|
U ≤ 0,41 W/m²K |
|
|
Bauteil |
Energieverluste |
|
Dach |
ca. 15 bis 20% |
|
Fenster |
ca. 20 bis 25% |
|
Wände
|
ca. 20 bis 25% |
|
Boden |
ca. 5 bis 10% |
|
Lüftung |
ca. 10 bis 20% |
|
Heizung |
ca. 30 bis 35% |
|
|
Heizlasten im Gebäudebestand
(Richtwerte nach Burger/Rogatty) |
|
|
Baujahr |
bis 1958 |
1959-68 |
1969-73 |
1974-77 |
1978-83 |
1984-94 |
ab 1995 |
|
Gebäude |
W/m²
(Heizlastdichte) |
|
Einfamilienhaus,
freist. |
180
|
170 |
150 |
115 |
95 |
75 |
60 |
|
Reihenhaus
- Endhaus
- Mittelhaus |
160
140 |
150
130 |
130
120 |
110
100 |
160
140 |
90
85 |
55
50 |
|
Mehrfamilienhaus
- bis 8 WE
- über 8 WE |
130
120 |
120
110 |
110
100 |
75
70 |
65
60 |
60
55 |
45
40 |
Quelle: HEIZUNGSJOURNAL 3/2007
|
|
Bauphysikalische Begriffe |
|
Wärmeschutz |
|
1. Winterlicher Wärmeschutz |
2. Sommerlicher Wärmeschutz |
|
Der Winterliche Wärmeschutz hat den Zweck, während der
Heizperiode an den Innenoberflächen der Bauteile eine ausreichend hohe
Oberflächentemperatur zu gewährleisten und damit Oberflächenkondensat bei in
Wohnräumen üblichem Raumklima auszuschließen.
Oberflächenkondensat entsteht, wenn die Temperatur der
Wandoberfläche unter der Taupunkttemperatur liegt.
Die einzuhaltenden Werte, beschrieben durch den
Wärmedurchlasswiderstand Rth
in m²K/W werden als Mindestwärmeschutz in der DIN 4108 definiert.
Weiter dient der Winterliche Wärmeschutz dazu,
Bauteilkonstruktionen zu definieren, die den Wärmeverlust durch Transmission so
weit begrenzen, dass die in der EnEV genannten Grenzwerte eingehalten werden
können.
Diese werden durch den Wärmedurchgangskoeffizienten, den
so genannten U-Wert (früher k-Wert) in W/m²K beschrieben. |
Der Sommerliche Wärmeschutz (Hitzeschutz) dient dazu, die durch
Sonneneinstrahlung verursachte Aufheizung von Räumen, die in der Regel im
Wesentlichen auf eine Einstrahlung durch die Fenster zurückzuführen ist, so weit
zu begrenzen, dass ein behagliches Raumklima gewährleistet wird.
Hierbei soll gemäß den Vorschriften der EnEV nach Möglichkeit auf
den Einsatz von Klimatisierung verzichtet werden.
Der sommerliche Wärmeschutz, der ebenfalls in DIN 4108 geregelt
ist, wird beeinflusst durch die Abmessungen des Raumes, die Ausrichtung und
Größe der Fenster, die Art der Verglasung und dem Sonnenschutz, dem
Lüftungsverhalten, interne Wärmequellen (z. B. Personenwärme, Abwärme von
Computern oder Beleuchtung) sowie der Wärmespeicherkapazität der verwendeten
Baustoffe (Innen- und Außenwände, Geschossdecken, Dämmstoff im Dach).
Quelle:
http://de.wikipedia.org/wiki/W%C3%A4rmeschutz
|
|
Wärmeschutz und Klima |
|
Die Grundlage für einen erforderlichen Gebäudewärmeschutz ist
immer das Klima.
Im mediterranen Raum wird nachhaltig massiv mit
speicherfähigen Materialien gebaut.
Die Sonnenstrahlung ist derart intensiv, daß man sich davor
schützen muss.
Auch für die nächtlichen Abkühlungen ist der Massivbau
hervorragend geeignet, da er die am Tage aufgenommene Energie dann in der Nacht
wieder abgeben kann. Innen herrscht dadurch ein ausgeglichenes, angenehmes
Raumklima.
Im hohen Norden mit sehr geringer (oder keiner)
Sonneneinstrahlung werden mehr die "Leicht-Konstruktionen mit guter Dämmwirkung
erforderlich. (z. B. Iglu, Schnee ist schlechter Wärmeleiter). |
Wir in Mitteleuropa liegen dazwischen und brauchen beides.
Die Speicherwirksamkeit und Dämmfähigkeit einer Außenkonstruktion.
Dies hat Sinn und hat sich demzufolge historisch auch so
entwickelt.
Speicher- und Dämmverhalten von Baustoffen
Die Speicherung wird günstiger bei schweren, massiven
Baustoffen,
die Dämmung wird günstiger bei leichten, porösen Baustoffen.
Insofern sollte eine zwischen Dämmung und Speicherung liegende, gut
ausgewogene Konstruktion gewählt werden.
Dies ist der traditionsreiche Massivbau, z. B. Ziegelbau mit
Wanddicken ab 36 cm.
Eine solide Mischung beider Eigenschaften schafft in
unseren Breiten gesunde Wohnverhältnisse und spart obendrein noch Energie.
Auf diese Notwendigkeiten nimmt die Energieeinsparverordnung
z. Z. keine Rücksicht.
Quelle:
http://clausmeier.tripod.com/enev4.htm |
|
Der Wärmedurchlasskoeffizient U
(W/m² K) |
|
Der Wärmedurchlasskoeffizient (U-Wert) eines Bauteils beschreibt dessen Wärmeverlust unter
stationären, d. h. zeitlich unveränderlichen Randbedingungen.
Die Wärmespeicherfähigkeit und somit die Masse des Bauteils geht
nicht in den U-Wert ein.
Außerdem beschreibt der U-Wert nur die Wärmeverluste infolge
einer Temperaturdifferenz zwischen der Raum- und Außenlufttemperatur.
Die auch während der Heizperiode auf Außenbauteile auftreffende
Sonneneinstrahlung bleibt unberücksichtigt. |
Die Funktion
des U-Wertes ist eine Hyperbel, die kleine U-Werte nicht mehr nachhaltig
Energie sparen lässt (sie sind nicht mehr effizient, auch die
Wirtschaftlichkeit ist dann nicht mehr gegeben).
Dieses fatale
Naturgesetz besagt (Beispiel):
5
cm Dämmstoff -> U-Wert 0,8 W/m²K
10 cm Dämmstoff -> U-Wert 0,4 W/m²K
20 cm Dämmstoff -> U-Wert 0,2 W/m²K
40 cm Dämmstoff -> U-Wert 0,1 W/m²K
Die Verdoppelung
der Dämmung führt lediglich zu einer Halbierung des U-Wertes.
Welch makabres
Spielchen beim "Verschärfen des Anforderungsniveaus".
Quelle:
http://clausmeier.tripod.com/enev4.htm |
|
U-Wert-Berechnung nach
DIN-Standart/EnEV |
|
1.
Wärmeleitfähigkeit λ (W/mK)
Die λ-Werte werden
für alle Baustoffe ermittelt und sind aus
Baustofftabellen (oder Internet) zu entnehmen.
2. Berechnung des Wärmedurchgangswiderstands Rges
des gesamten Bauteils (Material)
Rges = Rsi + d1/λ1 + d2/λ2
+ ... + dn/λn + Rsa
(m²K/W)
d = Schichtdicke in m
Wärmedurchgangswiderstand Materialschicht
R1...n = d1/λ1...dn/λn
|
Werte für den
Wärmeübergangswiderstand Rs innen und außen:
|
Wärmeübergangs-
widerstand |
Richtung des Wärmestroms |
|
Aufwärts |
Horizontal |
Abwärts |
|
innen Rsi |
0,10 |
0,13 |
0,17 |
|
außen Rsa |
0,04 |
0,04 |
0,04 |
3. Mit erhaltenem
R-Wert den U-Wert berechnen
U =
1 / Rges (W/m²K)
->
Folgerung: Je größer der Wärmedurchgangswiderstand (R)
desto kleiner der Wärmedurchgangskoeffizient (U)!
!
Über weitere Berechnungsmethoden sowie die Grenzen und fatalen
Folgen der
Berechnung nach DIN informieren wir Sie gerne im Rahmen
einer Fachberatung!
|
|
Wärmespeicherung |
|
Warum hilft Speicherung Energie
sparen?
Leben auf der
(speicherfähigen) Erde verdanken wir der Sonne. Solarstrahlung erwärmt nur
Materie – aber keine Luft.
Gäbe es diesen
segensreichen Energiespender nicht, der Planet wäre kalt und unbewohnbar.
Jeder kennt die
wohltuende Wärme der Sonnenstrahlen; hochalpine Skifahrer genießen diese,
obgleich Minusgrade herrschen.
Gerade im Winter
bei tiefliegender Sonne werden speicherfähige Wände besonders günstig mit
Energie beliefert.
Wird dieser
kostenlose Energietransfer absorbiert, wird auch die Energiebilanz des
Gebäudes günstig beeinflußt.
Massivabsorber,
transparente Wärmedämmung, Sonnenkollektoren und Photovoltaik sind bekannte
Techniken, um Sonnenenergie nutzbar zu machen.
Nur wird diese Art
einer technischen Nutzung recht teuer, da sie apparative Zusatzeinrichtungen
erfordert.
|
Zur
Solarenergienutzung gibt es aber auch günstige Alternativen. Die simple
und bewährte massive Außenwand leistet als Massivabsorber ohne zusätzliche
Investitionen seit Jahrhunderten gute Dienste.
Die
eingespeicherte Solarenergie stoppt durch einen von außen nach innen
fließenden Wärmestrom den Wärmestrom von innen nach außen.
Insofern mindert
gespeicherte Sonnenenergie die Transmissionswärmeverluste eines Gebäudes.
Um kostenlose
Solarenergie sinnvoll zu nutzen, wäre hier der goldene Mittelweg zwischen
Dämmfähigkeit und Speicherfähigkeit anzustreben.
Die Beschränkung
allein auf die Dämmung (also den U-Wert) führt deshalb in unseren Breiten
nicht zu einer energetisch optimal abgestimmten Außenwand, denn es muss
nicht nur für den Winter, sondern auch für den Sommer gebaut werden.
Die naturgemäß
vorhandene Speicherung von massiven Außenwänden findet in der
EnEV keine Berücksichtigung.
Quelle:
http://clausmeier.tripod.com/enev4.htm |
|
Feuchtetransport in Außenwänden durch Diffusion
und Sorption |
|
Die DIN behandelt im Teil 5 nur den Feuchtetransport durch
Diffusion. Bei der Diffusion handelt es sich um den Transport von
Wasserdampf (also gasförmig).
Viel wichtiger und entscheidender ist jedoch der kapillare
Transport von Feuchtigkeit, der an die Außenoberfläche treten und dort
verdunsten kann. Beim Feuchtetransport werden die Kapillareffekte zum
entscheidenden Faktor.
Die Sorptionseigenschaften von Konstruktionen werden gerade durch
die bei der Diffusionsbetrachtung ständig empfohlenen Dampfbremsen und
Dampfsperren, Kunstharzputze und diffusionsdichte Anstriche arg beeinträchtigt. |
Kapillares Wasser muss an die Oberfläche gelangen, um dort
verdunsten zu können.
Dieser Sorptionsprozeß (kapillarer Wassertransport) wird aber
durch viele "fortschrittliche" Baustoffe, die die Industrie anbietet
(Dämmschichten, Folien und Beschichtungen), behindert, wenn nicht sogar
verhindert
Bei WDV-Systemen besteht deshalb immer die Gefahr, daß
Konstruktionen durchfeuchten. Besonders bei der Innendämmung muss damit gerechnet werden.
All
dies kann zu ungesunden Wohnverhältnissen führen.
Quelle:
http://clausmeier.tripod.com/enev4.htm |
|
A/Ve-Verhältnis |
|
Es werden in der EnEV vom Volumen Ve und von der Nutzfläche AN
abhängige Höchstwerte aufgelistet.
Da das Verhältnis Nutzfläche zu Volumen mit 0,32 festgelegt ist
und das Verhältnis der beiden Anforderungsniveaus Q' zu Q" ebenfalls 0,32
beträgt, ist es völlig egal, ob über das Volumen oder über die Nutzfläche
gerechnet wird; in beiden Fällen kommt das gleiche Ergebnis heraus.
Diese völlig unnötige Unterscheidung soll offensichtlich nur eine
nicht vorhandene Vielfalt der Bearbeitung vortäuschen. |
Die Abhängigkeit des Anforderungsniveaus vom AN/Ve-Verhältnis ist
methodisch widersinnig.
Man meint, ein großes AN/Ve-Verhältnis beschreibe
differenzierte und gestalterisch aufgelockerte Baukörper,
ein kleines AN/Ve-Verhältnis dagegen einen kompakten,
energiesparenden Baukörper.
Dies stimmt nur für gleiche Gebäudevolumen, stimmt also
nicht generell. > mehr...
Quelle:
http://clausmeier.tripod.com/enev4.htm |
|
Primärenergieeinsparung mit
Holzenergie - Bewertung von Biomasse in der EnEV |
|
Der Primärenergiefaktor für Holzheizungen
(Scheitholz, Pellets, Hackschnitzel) mit automatischer Beschickung ist mit fp=0,2 festgelegt.
Beispiel typisches EFH (nach DIN 4701-10)
Nutzfläche 244,8 m², Heizwärmebedarf 69,3 kWh/m²a, A/V-Verhältnis 0,69, Heizkreistemperaturen
70/55°C, Verteilerstränge und Wärmeerzeuger außerhalb der thermischen Hülle.
Ergebnis:
Tauscht man einen Öl/ Gas-Niedertemperaturkessel
gegen einen Holzpelletkessel aus, verringert sich der
Primärenergiebedarf um mehr als 70%.
Dieses Ergebnis stellt fast alle anderen Heizungssysteme in den Schatten, selbst
Wärmepumpen und Solarheizungen mit hohen Deckungsgrad! |
Eine Pellettfeuerung erfüllt erfüllt somit auch die
Anforderungen für das KfW-Energiesparhaus 40 (Primärenergiebedarf 40 kWh/m²a).
|
|
Jahresheizwärmebedarf 69,3 kWh/m²a |
|
Niedertemperaturkessel |
Pellettfeuerung |
|
Jahresendenergiebedarf |
119,8 kWh/m²a |
145,3 kWh/m²a |
|
Anlagenaufwandszahl |
1,67 |
0,48 |
|
Jahres-Primärenergiebedarf |
136,4 kWh/m²a |
39,1 kWh/m²a |
|
Höchstwert Jahres-
Primärenergiebedarf |
110,43 kWh/m²a |
|
|
EnEV
nicht erfüllt
24% über
Limit |
EnEV erfüllt
65% unter Limit |
|
|
CO2-Äquivalente
verschiedener Heizsysteme im Vergleich |
|
Heizsystem |
CO2-Äquivalent
(g/kWh) |
|
E-Nachtspeicherheizung (Heizstrom) |
953 |
|
Ölheizung mit atmosphärischen Brenner, NG 85% |
375 |
|
Brennwert-Gasheizung, NG 100% |
256 |
|
Brennwert-Gasheizung, NG 100%;
mit Solaranlage SD 15% |
224 |
Abkürzungen
NG = Nutzungsgrad
SD = Solarer Deckungsgrad
JAZ = Jahresarbeitszahl
WQ = Energie-/Wärmequelle |
|
Heizsystem |
CO2-Äquivalent
(g/kWh) |
|
Elektrische Wärmepumpe WQ Luft, JAZ=3,8; 35/28°C |
187 |
|
Elektrische Wärmepumpe WQ Erdreich, JAZ=4,3; 35/28°C |
167 |
|
Elektrische Wärmepumpe WQ Wasser, JAZ=5,0; 35/28°C |
146 |
|
Gas-Wärmepumpe, Absorption, NG 135%; WQ
Erdreich, NH3/H2O |
200 |
|
Gas-Wärmepumpe, Motor; NG 160%, WQ Erdreich |
169 |
|
Holzpellet-Heizung, NG 85%; 10 kW, LKW-Transport < 100
km |
35 |
|
Hackschnitzel-Heizwerk, 5 MW, Nahwärmenetz |
32 |
Quelle: Umweltbundesamt, 13.4.07,
www.umweltdaten.de/ |
|
Wärmedämmung |
|
Neu! Faustformeln zur
überschlägigen Bestimmung der Wirtschaftlichkeit von Dämmungen |
|
Grundlagen |
|
Eine kleine Hilfe für viele bzgl.
Wärmedämmung werbungsgeplagte Bauherren.
Grundlage sind die "heiligen" Formeln der offiziellen Lehrmeinung,
manifestiert in der EnEV.
Soll nun eine Außenwand z. B.
mit einem WDVS versehen werden, um richtig schön Energie zu sparen und um die Umwelt
zu schonen, wird sich der U-Wert dieses Bauwerksteils verbessern.
Am Ende kann man jede Menge %
gesparte Heizenergie ausrechnen.
Der schlaue Bauherr will aber alles
auch in € ausrechnen, weil er ja auch nicht in % bezahlt.
Quelle: Dipl.-Ing. Matthias G.
Bumann, Bausachverständiger, Freier Gutachter für Privat- und
Schiedsgutachten, Mitglied der Baukammer Berlin,
Jahresheizwärmebedarf
Faustformel für den
Jahresheizwärmebedarf:
Qh =
66 x (HT + HV) - 0,95 x (Qs +
Qi) [1]
Qs +
Qi = Gewinne (solare und innere)
HT + HV = Verluste (Transmission und
Lüftung).
Mit energetischen Maßnahmen
wird der U-Wert* bzw. der Transmissionswärmeverlust verbessert.
*) U ist rot als einzige veränderliche Größe in
der Gleichung
gekennzeichnet. Die Fläche A ist eine
bekannte und gleich bleibende Größe.
|
Transmissionswärmeverlust
Der Transmissionswärmeverlust HT
ist:
HT = Σ
(Fxi x Ui x
Ai ) + 0,05 A [2]
Fxi =
Temperatur-Korrekturfaktoren (aus Tabelle)
Ui = U-Werte der einzelnen
Bauwerksteile
Ai = Flächen der einzelnen
Bauwerksteile (Dach, Fenster, Wand usw.).
-> aus [1] und [2] näherungsweise für
den
Jahresheizwärmebedarf
Qh
nur mit durch U-Wert beeinflussten Transmissionswärmeverlust gerechnet, Rest wird als konstant
angenommen:
Qh =
66 x ∑ (Ui x Ai x Fxi)
[3]
-> für je eine Fläche mit und ohne Wärmedämmung:
Qh1 = 66 x (U1 x A x Fx) bzw. Qh2 = 66 x (U2 x A x Fx)
-> Einsparung ΔQh = Qh2 - Qh1
oder man rechnet gleich mit ΔU = U2 - U1
-> ΔQh =
ΔU x A x F x 66 (kWh/a) [4] |
|
Berechnung von Einsparung und
Wirtschaftlichkeit durch eine Dämmung |
|
Einsparung pro Jahr für eine Fläche mit Dämmung nach
[4]
Bekannt sind die Rechenwerte (U-Werte
in W/m²K) sowie die Fläche A in m² des betreffenden Bauwerksteils.
Das ΔU bzw. U2
und U1
lässt man sich
angeben oder man nimmt die Werte aus Tabellen,
die Fläche A ermittelt man
mittels Zollstock und Taschenrechner.
Durch Multiplikation der Fläche
mit dem U-Wert und dem Faktor 66 erhält man vereinfacht nach [4] einen Wert für die Einsparung in kWh/a:
Einsparung = ΔQh =
ΔU x A x F x 66 (kWh/a)
A = Fläche
F = Korrekturfaktor
F = 1 bei Außenwänden und Dächern
ΔQh
= theoretische (berechnete) Einsparung
ΔU = U2
x U1
U2 =
U-Wert der ungedämmten Wand)
U1 =
U-Wert der Wand mit Dämmung)
In der Praxis
werden von den Energieberatern etc. die Einsparungen in Prozent umgerechnet,
weil das schöne hohe Prozentwerte ergibt.
|
Viel
aufschlussreicher ist aber, was das an Geld bedeutet, z.B. umgerechnet in Heizöl. Dazu rechnet
man mit dem Heizwert und dem Preis von Heizöl um:
Umrechnung
der Einsparung von kWh in €
Einsparung
in €/a = (ΔQh
x Brennstoffpreis) / HU)
ΔQh in kWh/a, Heizwert
Brennstoff HU
z. B. Heizöl: HU =
10,41 kWh/l, Ölpreis 0,70 €/l
Investkosten
Mit demselben Wert für A (Fläche)
berechnen Sie die Investition über den Preis/m² für die Wärmedämmung
(WD) lt.
Angebot.
Fläche A in
m² x Preis WD in €/m² = Investkosten in € (einmalig)
Amortisationszeit (Wirtschaftlichkeit)
Investkosten in € / Einsparung in €/a = Amortisation in Jahren
Amortisationszeit ist der benötigte Zeitraum, um die Investkosten
komplett über die Einsparung zu kompensieren.
Zur Vereinfachung wurde aber die Zins-
und Tilgungsrechnung weggelassen.
|
|
Dämmstoffe |
|
Am
meisten werden für eine Thermohaut (WDVS) entweder Mineralfaserdämmstoffe
in Form von Matten oder Polystyrol-Schaumplatten verwendet.
Dämmstoffe werden in Wärmeleitfähigkeitsgruppen (WLG) eingeteilt.
Z. B. bedeutet WLG 040, der Dämmstoff hat eine Wärmeleitfähigkeit von
höchstens λ=0,040 W/mK.
Sowohl Polystyrol als auch Mineralwolle ist gemeinsam, dass sie eine sehr
geringe Wärmeleitfähigkeit haben, relativ billig auf dem Markt
erhältlich sind und von vielen Bauunternehmen verarbeitet werden können.
Es
gibt eine Vielzahl von anderen ökologisch und baubiologisch
unbedenklicheren Dämmstoffen, wie leichte Porenbetonplatten,
Schaumglas, Holzfaserdämmplatten, Zellulose, Flachs/Hanf-Dämmvliese, Kork,
Kokosfaser, Schafwolle, Baumwolle, die jedoch nur bedingt für ein
Wärmedämmverbundsystem in Frage kommen. |
Die
Ursachen hierfür liegen in den Unterschieden von: Preis, Brandverhalten,
Anfälligkeit für Feuchtigkeit, Verarbeitungsfähigkeit und der
Wärmeleitfähigkeit.
Eine
realistische Alternative liegt bei der nachträglichen Fassadendämmung von
Bestand möglicherweise nur bei den mineralischen Dämmplatten.
Der
Faktor Wärmeleitfähigkeit eines Dämmstoffs wirkt sich dahingehend aus, dass
ein Dämmstoff mit einer schlechteren Wärmeleitfähigkeit eine entsprechend
größere Dicke aufweisen müsste, um den benötigten U-Wert zu erzielen.
Dies
wirkt sich nicht nur auf den Preis aus, sondern auch auf das äußere
Erscheinungsbild der Fassade und die Wohnqualität, da die Außenwand dicker
wird, die Fenster "tiefer" in den Öffnungen liegen und der Lichteinfall
durch die Fenster in die Wohnungen geringer wird. |
|
Mineralfaserdämmstoffe |
Polystyrol-Hartschaumplatten |
|
Herstellung
Mineralische Grundstoffe werden bei Temperaturen von 1200-2000 °C
geschmolzen und durch Zentrifugieren oder Zerblasen zu dünnen Fasern
verarbeitet.
Je
nach Rohstoffeinsatz unterscheidet man zwischen Glaswolle
(Glasrohstoffe und Altglas)
und
Steinwolle (Gesteine wie Diabas, Basalt etc.), auch unter dem
Markennamen "Rockwool" bekannt.
Als
Bindemittel werden Formaldehydharze zugesetzt, die bei Produktion,
Verarbeitung und Entsorgung problematisch sind.
Bei
eingebautem Material ist jedoch keine Formaldehydbelastung feststellbar.
Der
Primärenergiegehalt liegt zwischen 100 und 700 kWh/m³.
Der
Mineralfaserstaub enthielt (oder enthält) einen geringen Anteil an
lungengängigen Fasern und gilt als möglicherweise krebserregend.
Die
Produktion ist mittlerweile so umgestellt, dass nach behördlichen
Kriterien der Krebsverdacht nicht mehr besteht, was jedoch nichts an der
Haut- und Augenreizung bei der Verarbeitung ändert, insbesondere wenn
keine entsprechenden Schutzmaßnahmen eingehalten werden. |
Herstellung
Der
Ausgangsstoff Erdöl für die Produktion ist nur beschränkt verfügbar.
Expandierter Polystyrol-Partikelschaum, auch als Styropor (PS, weiße
Platten) oder Extrudierter Styrodur (XPS, grüne oder blaue Platten) bekannt,
wird aus dem petrochemischen Produkt Polystyrolgranulat mit Wasserdampf (für
PS) oder CO2
(für XPS) aufgeschäumt.
Als
Treibmittel werden teilweise auch HFCKW oder Pentan verwendet.
Der
Primärenergiegehalt liegt bei 400 bis 800 kWh/m³.
Styrol ist ein giftiges Gas, welches bei der Produktion in die Atmosphäre
entweicht. Wegen Restnachschwindungen benötigen Polystyrolplatten eine
Ablagerungszeit vor dem Einbau.
Durch
Zusatz von Brandschutzmitteln können im Brandfall hochgiftige Dioxine
und Furane entstehen.
Das
Recycling ist wegen der Verschmutzungsreste problematisch, bei der
Deponierung wird viel Volumen beansprucht, und von Schadstoffbelastung durch
Ausgasung und Abbauprodukte ist auszugehen.
Styropor schwimmt zwar und dämmt auch, nimmt aber, wenn es die Gelegenheit
bekommt, kontinuierlich Wasser auf, man denke hier an ein Stück Styropor,
das im Wasserloch liegt, nach spätestens 2-3 Jahren geht es unter, da es
sich mit Wasser vollgesogen hat. Dann dämmt es auch nicht mehr. Ähnliches
findet im Lauf der Jahre an der gedämmten Oberfläche statt: sie wird
allmählich feucht, die Dämmeigenschaften nehmen ab und die Algentätigkeit
zu.
Quelle:
richtigbauen.de/
|
|
Richtwerte für Dämmung,
Fenstererneuerung, Heizungserneuerung etc. bei Sanierungen (Beispiele) |
|
Dämmung |
|
Die groben Richtwerte beziehen sich auf ein EFH/AB mit ca.
150 m² und sind unverbindlich. Ein neutraler Nachweis auch bzgl.
Wirtschaftlichkeit für das jeweilige Objekt ist sehr zu empfehlen.
Grundsätzlich für die Wirtschaftlichkeit einer Maßnahme
gilt: Erst Heizungsanlage erneuern, dann dämmen.
Außenwanddämmung
Dicke:
ca. 10 bis 16 cm (optimal ist Dämmung von außen)
Kosten:
Wärmedämmverbundsystem (WDV) ab 100 €/m²
Einsparpotential:
bis
zu 100 kWh/m²a bzw. 10 l/m²a Heizöl
Kellerdämmung
Dicke:
ca. 8 cm
|
Kosten:
ca.
40 bis 50 €/m² inkl. Montage, Material ca. 15 bis 20 €/m²
Einsparpotential:
bis
zu 30 kWh/m²a bzw. 3 l/m²a Heizöl
Dachdämmung
Dicke:
ca. 16 bis 20 cm
Kosten:
Aufsparrendämmung mit neuer Dacheindeckung ca. ab 135 €/m²
Zwischensparrendämmung ca. ab 25 €/m²
Einsparpotential:
bis
zu 80 kWh/m²a bzw. 8 l/m²a Heizöl
|
|
Bauteil- und Heizungserneuerung
etc. |
|
Fenstererneuerung
Wärmeschutzverglasung 2-fach ca. u = 1,3 W/m² K
Wärmeschutzverglasung 3-fach ca. u = 0,8 W/m² K
Kosten:
ab 600 €/m² inkl. Montage
Einsparpotential:
wird u-Wert um 0,1 W/m² K verbessert
-> 10 kWh/m²a bzw. 1 l/m²a Heizöl
Heizungserneuerung
Kosten:
- Gas-BW-Kessel ca. 6.000 bis 7.000 €/m² inkl. Montage
- Öl-BW-Kessel ca. 8.000 €/m² inkl. Montage
- Holzheizung ca. ab 10.000 €/m² inkl. Puffer und Montage
- Pelletheizung ca. ab 13.000 €/m² inkl. Lager und Montage
Einsparpotential:
- Öl/Gas bis
zu 10 % Energiekosten gegenüber NT-Öl-/Gas-Kessel
- Holz bis
zu 70 % Energiekosten gegenüber NT-Öl-/Gas
- Pellets bis
zu 50 % Energiekosten gegenüber NT-Öl-/Gas
|
Lüftungsanlage
Kosten:
ca.
2.500 €; mit Wärmerückgewinnung ca. 5.000 bis 10.000 €
Einsparpotential:
bis
zu 30 kWh/m²a bzw. 3 l/m²a Heizöl
Thermische Solaranlagen
Kosten:
WW-Bereitung mit 4 m² Kollektoren, Speicher ca.
4.000 €;
Heizungsunterstützung mit 12 m² Kollektoren, Kombispeicher ca. ab
10.000 €
Einsparpotential:
WW-Bereitung bis
zu 60 % Energiekosten
Heizungsunterstützung bis
zu 30 % Energiekosten
|
|
Beispiele für
"wirklich" gesundes, ökologisches und bezahlbares Bauen |
|
Fachwerkhäuser aus Lehm |
|
Mehr als 200 Jahre bewährte Tradition contra
"zeitgemäße" Baustoffe
Lehmbauten liegen heute nicht gerade im "Trend" (oder
noch nicht wieder!).
Sie waren lange Zeit
angeblich nicht mehr zeitgemäß und wirtschaftlich bedeutungslos, trotz ihrer
erwiesenen Langlebigkeit und ansonsten fast nur sehr positiven bauphysikalischen
und baubiologischen
Eigenschaften.
Einziger Nachteil ist heute vielleicht die längere Bauzeit. Man
braucht zusätzlich mindestens einen Sommer zum natürlichen Trocknen (ohne
Energieaufwand!).
Allerdings gab es auch schon Zeiten, in denen man einen Steinbau
einen Winter Zeit zum Austrocknen ließ, anstatt sofort einzuziehen und
energieaufwendig trocken zu heizen.
Und dass bei wesentlich billigeren Energiepreisen, ohne EnEV und
andere "trendigen" Verordnungen, Gesetze und Energiespar-Empfehlungen. |
1951 gab es die erste Norm für Lehmbauten (DIN 18951), die aber
1971 als veraltet ersatzlos zurückgezogen wurde.
Lehmbauten nutzen einheimische bauphysikalisch und
baubiologisch unbedenkliche Natur-Rohstoffe (Lehm, Holz etc.)
Kosten
Für
das Rohmaterial zahlt man in d. R. nur für Abbau und Transport.
Für
die Aufbereitung als Baumaterial zusätzlich z. B.:
- Lehmputz ca. 15 €/m² (ähnlich wie Kalkputz,
im Vergleich zu Gipsputz ist er doppelt so teuer)
- Lehmtrockenbauplatten ca. 15 - 20 €/m²
Insgesamt beträgt aber der
Mehrpreis zu konventionellen Massivbauten aus Stein nur ca. 15%.
|
|
Baustoffeigenschaften |
|
Lehm
Gemisch aus Kies und Sand mit unterschiedlichen Korngrößen,
Schluff (Sedimentgestein) und Ton als Bindemittel.
Lehm trocknet an der Luft ohne Bindemittel aus und kann mit
Wasser wieder formbar gemacht werden.
Rohdichte 1.000 bis 1.500 kg/m³, im verdichteten Zustand
als gepresster Lehmstein oder Stampflehm 1.700 bis 2.200 kg/m³.
Eigenschaften von Lehmbaustoffen
Als
Baustoff wird in d. R. kein reiner Lehm verwendet, sondern eine spezielle Mischung
aus Lehm, Sand und evtl. auch pflanzlichen Fasern.
Durch Zusätze (Stroh, Häcksel, Hanf etc.) können unterschiedliche
Festigkeiten, Elastizitäten oder Wärmedämmeigenschaften etc. erzielt
werden.
|
Lehm an sich hat zwar keine besonders guten Dämmeigenschaften, aber dafür ein
gutes Wärmespeicher- und Schalldämmvermögen und eine Reihe weitere
positiven Eigenschaften:
- bauphysikalisch und baubiologisch unbedenklich
- keine Schimmelbildung
-
Lehm lädt sich statisch nicht auf
-
Abschirmung hochfrequenter elektromagnetischer Strahlungen
-
absorbiert Gifte aus der Luft
-
einfache Verarbeitung, hautfreundlich
-
recycelbar, keine Altlasten für die Zukunft
-
benötigt kaum Energie zur Gewinnung/Herstellung
-
Fachwerk-Lehmbauten sind sehr langlebig (> 200 Jahre)
-
große Vielfältigkeit (Mörtel oder Putzmischungen, Platten
Wände aus Lehmsteinen oder Stampflehm etc.)
- konserviert das umgebende Holz
- Eigenleistung beim Bauen problemlos möglich ->
Kosteneinsparung
|
|
Raumklima |
|
Generell haben Lehmhäuser naturgemäß ein sehr behagliches und gesundes Raumklima im
Sommer und Winter, ohne zusätzlichen technische Maßnahmen und
Energieaufwand.
Bei
heutigen modernen und viel gepriesenen hochgedämmten Leichbauten erreicht
man Vergleichbares nur durch den zusätzlichen Einbau von teurer und mehr
oder weniger energieintensiver Technik.
Lehm nimmt die Luftfeuchtigkeit schnell auf und gibt sie bei Bedarf wieder
ab.
|
Die
relative Luftfeuchtigkeit in bewohnten Räumen bleibt dabei fast konstant
bei ca. 50% r.F. (optimales Behaglichkeitskriterium bei 45-55% r.F.).
Die
Gleichgewichtsfeuchte von Lehm liegt bei nur 0,4 bis 6 Gew.-%.
(Gleichgewichtsfeuchte ist die Feuchte, bei der kein Wasseraustausch mehr
mit der Umgebungsluft stattfindet)
Damit wirkt Lehm auch konservierend auf das umgebende Holz (Fachwerk) ein.
|
|
Besonderheiten bei Lehmbauten |
|
Außenwände
Um
die Wärmeschutzanforderungen zu erfüllen, kann man die Außenwände entweder
entsprechend dicker (ca. > 48 cm ) ausführen oder Z. B. mit Zellulose und
Holzweichfaserplatten dämmen (Gesamtdicke z. B. ca. 35 cm).
Für
das Kellergeschoss ist Lehm ungeeignet, dafür kann z. B. Porenbeton
verwendet werden.
Putz
Innen wird Lehmputz aufgebracht. Die oberste Schicht an der
Innenwand von ca. 1,5 cm ist für das Raumklima entscheidend (auch
interessant für Steinbauten mit Lehmputz).
Der
relativ dicke und spröde Lehmputz kann nur mit speziellen Werkzeugen mit
abgerundeten Kanten aufgetragen werden.
Im
ersten Jahr durch Trocknung auftretende Schrumpfrisse müssen einmalig
ausgebessert werden.
Der
relative weiche Putz ist etwas empfindlich, Schadstellen können dafür aber
auch leicht wieder ausgebessert werden.
Außen ist ein mineralischer Putz besonders an der Wetterseite evtl. besser.
Auch bei den generell notwendigen größeren Dachüberständen von ca. 1 m würde Lehmputz
in d. R. auf Dauer einen zu großen Verschleiß unterliegen (Schlagregen
etc.).
|
Innenfarben
Der
Wasser- und Wasserdampftransport durch die Farbe von innen nach außen muss
gewährleistet werden.
Es
sollte innen nur mit Naturfarben (Kalk, Lehm- oder Kalk-Kasein-Farbe)
gestrichen werden (keine Acrylfarben, Dispersionsanstriche etc.).
Dachüberstände
Zum
Wetterschutz sind diese wesentlich größer als bei normalen Bauten
auszuführen (ca. 1 m).
Der
Lichteinfall durch die Fenster wird u. U. dadurch verschlechtert.
Höherer Zeitaufwand beim Bauen
Der
Zeitaufwand für die natürliche Trocknung ist einzuplanen. Insgesamt können
bis zum Einzug schon mal > 1,5 Jahre vergehen.
Schrumpfung
Bei der Zubereitung wird Lehm mit Wasser verrührt.
Durch Verdunstung des Wassers beim Trocknen verkleinert der Lehm immer sein
Volumen. Es entstehen Trocken- und Schwindrisse.
Das
Schwinden kann durch Reduzierung des Wasser- sowie des Tonanteils und
durch Optimierung der Kornzusammensetzung wesentlich verringert werden.
Quellen und Infos:
www.dachverband-lehm.de;
www.asl.uni-kassel.de/,
www.lehmbau-online.de,
www.lehmbau.com |
|
Für
wesentlich mehr Informationen stehen wir Ihnen mit einer persönlichen
Fachberatung jederzeit gerne zur Verfügung.
|
|
Weiter/zurück zu Energieberatung
Energieberatung >
EnEV >
Energetische Begriffe
>
Kritische Bemerkungen >
Beratungsscheck
Weitere Fachbegriffe unter >
Glossar
Einen Überblick über alle
Webseiten erhalten Sie im Inhaltsverzeichnis >
INHALT |